ChatGPT als Suchmaschine: DSA-Compliance für Agenturen
Der Digital Services Act klassifiziert ChatGPT als Suchmaschine und schafft damit konkrete Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten. Agenturen müssen jetzt handeln, um Haftungsrisiken zu vermeiden.
Von Maik Boche
Die EU-Kommission stuft ChatGPT seit dem 31. August 2026 als „sehr große Suchmaschine” unter den Digital Services Act (DSA) ein. Grundlage: 159,1 Millionen monatlich aktive EU-Nutzer der ChatGPT-Suchfunktion – weit über dem DSA-Schwellenwert von 45 Millionen (Quelle: securityonline.info / tagesschau.de). Für Agenturen, die KI-gestützte Inhalte, Werbung oder Rechercheprozesse über ChatGPT abwickeln, gelten ab sofort verschärfte Pflichten: Risikobewertungen, Transparenzregeln für Werbeanzeigen und die Pflicht zur Meldung illegaler Inhalte. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Entscheider sollten jetzt prüfen, ob ihre KI-Workflows und Kundenprozesse DSA-konform dokumentiert sind.
ChatGPT als Suchmaschine unter dem Digital Services Act: Was Agenturen jetzt wissen müssen
Seit dem 31. August 2026 gilt ChatGPT in der EU offiziell als “sehr große Suchmaschine” im Sinne des Digital Services Act (DSA). Die EU-Kommission hat OpenAI zusammen mit Reddit und Roblox unter den verschärften Regulierungsrahmen gestellt. Für Agenturen und mittelständische E-Commerce-Unternehmen, die KI-Werkzeuge in ihren Workflows einsetzen, entstehen daraus konkrete Compliance-Anforderungen.
Warum ChatGPT unter den DSA fällt
Der DSA definiert eine klare Schwelle: Wer im EU-Raum durchschnittlich mehr als 45 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht, gilt als sehr große Online-Plattform oder Suchmaschine. Laut Angaben von OpenAI selbst nutzten in den sechs Monaten bis Ende März 2026 durchschnittlich 159,1 Millionen EU-Nutzer monatlich die Suchfunktion von ChatGPT. Damit überschreitet OpenAI die Schwelle um mehr als das Dreifache.
Die EU-Kommission begründet die Einstufung als Suchmaschine damit, dass ChatGPT für immer mehr Nutzer eine Alternative zu klassischen Suchmaschinen darstellt. Es ist das erste Mal, dass ein KI-Sprachmodell unter diesen Regulierungsrahmen fällt.
Vier praktische Implikationen für Agenturen
1. Risikobewertung wird Pflicht
Plattformen unter dem DSA müssen systematische Risikobewertungen durchführen und dokumentieren. Das betrifft Risiken rund um illegale Inhalte, Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Nutzern sowie mögliche Einflüsse auf demokratische Prozesse. Agenturen, die ChatGPT für die Erstellung von Kundenkommunikation, Produkttexten oder Kampagneninhalten nutzen, sollten prüfen, wie ihre internen KI-Freigabeprozesse und Compliance-Dokumentation diesem Anspruch gerecht werden.
2. Transparenzpflichten für algorithmisch erzeugte Inhalte
Der DSA verpflichtet Plattformen zu Transparenz, insbesondere bei Inhalten, die durch algorithmische Systeme priorisiert oder erzeugt werden. Wer KI-generierte Inhalte im E-Commerce oder in der Kundenkommunikation einsetzt, muss nachvollziehbar machen, wie diese entstehen. Das gilt auch für KI-generierte Produktbilder mit Kennzeichnungspflichten und für den Einsatz in sozialen Medien, wo Kennzeichnungspflichten für gesponserte und KI-generierte Inhalte bereits heute greifen.
3. Datenweitergabe an Forscher und Behörden
Plattformen, die unter den DSA fallen, sind verpflichtet, Daten mit akkreditierten Forschern und Behörden zu teilen. Für Agenturen bedeutet das: Inhalte und Anfragen, die über ChatGPT laufen, können potenziell im Rahmen behördlicher Prüfungen relevant werden. Wer vertragliche Haftungsfragen zu KI-generierten Inhalten noch nicht geregelt hat, sollte die bestehenden Verträge zu KI-Inhalten, Haftung und Urheberrecht überprüfen.
4. Empfindliche Bußgelder bei Verstößen
Bei Verstößen gegen den DSA drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die EU-Kommission hat bereits gezeigt, dass sie handelt: Im Dezember 2025 verhängte sie gegen X (ehemals Twitter) eine Strafe von 120 Millionen Euro. Agenturen, die im Auftrag von Kunden KI-Werkzeuge einsetzen, sollten ihre KI-Workflows mit Dokumentation und Archivierung so aufsetzen, dass Nachweispflichten erfüllbar sind.
Einordnung für den Agenturalltag
Die Einstufung von ChatGPT als sehr große Suchmaschine ist regulatorisch bedeutsam, weil erstmals ein generatives KI-System in einen Rahmen integriert wird, der ursprünglich für Suchdienste wie Google konzipiert wurde. Für Agenturen, die ChatGPT bereits im KI-gestützten Briefing, Angebot und in der Kundenkommunikation nutzen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, interne Prozesse zu prüfen.
Wer darüber hinaus verstehen möchte, wie ChatGPT als Suchkanal für lokale und regionale Sichtbarkeit funktioniert, findet auf e-companion weiterführende Inhalte zu AI-SEO und lokaler ChatGPT-Sichtbarkeit sowie zur Generative Engine Optimization.
Quellen
- OpenAI soll unter den Digital Services Act fallen – meedia.de
- EU verschärft Regeln für ChatGPT – tagesschau.de (Stand: 31.08.2026)
- EU Classifies ChatGPT as a Very Large Online Search Engine Under DSA – securityonline.info
Häufige Fragen
Warum fällt ChatGPT jetzt unter den Digital Services Act?
Der DSA gilt für Plattformen mit mehr als 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU. ChatGPT erreichte in den sechs Monaten bis Ende März 2026 durchschnittlich 159,1 Millionen monatlich aktive Nutzer allein über seine Suchfunktion. Die EU-Kommission hat den Dienst daher seit dem 31. August 2026 offiziell als “sehr große Suchmaschine” eingestuft. Es ist das erste Mal, dass ein KI-Sprachmodell in diesen Regulierungsrahmen aufgenommen wurde.
Welche konkreten Pflichten entstehen durch die DSA-Einstufung für ChatGPT?
OpenAI muss künftig systematische Risikobewertungen durchführen, illegale Inhalte aktiv entfernen und deren Verbreitung verhindern. Hinzu kommen Transparenzpflichten für Werbung, die Pflicht zur Datenweitergabe an Forschende sowie regelmäßige Compliance-Berichte. Für Suchmaschinen gelten dabei spezifische Zusatzregeln, die über die allgemeinen DSA-Anforderungen hinausgehen.
Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen den DSA?
Bei Verstößen kann die EU-Kommission Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Die Behörde hat dieses Instrument bereits genutzt: Im Dezember 2025 wurde gegen Elon Musks Plattform X eine Strafe von 120 Millionen Euro verhängt. Für OpenAI bedeutet das ein erhebliches finanzielles Risiko, das auch Agenturen und Dienstleister im Blick behalten sollten, die KI-gestützte Suchfunktionen in Kundenprojekte integrieren.
Was bedeutet die ChatGPT-Einstufung für E-Commerce-Agenturen, die KI-Suche einsetzen?
Agenturen, die ChatGPT als Such- oder Assistenzfunktion in Kundensysteme einbinden, sollten prüfen, inwieweit DSA-Pflichten wie Transparenz bei algorithmisch generierten Ergebnissen und Werbekennzeichnung auf ihre Setups durchschlagen. Da der DSA ursprünglich für klassische Suchmaschinen konzipiert wurde, ist die Übertragung auf generative KI regulatorisches Neuland. Eine rechtliche Prüfung bestehender Integrationen ist empfehlenswert.
Sind neben ChatGPT weitere Plattformen von der neuen DSA-Einstufung betroffen?
Ja. Gleichzeitig mit ChatGPT wurden auch das Online-Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox unter die verschärften DSA-Auflagen gestellt. ChatGPT ist jedoch der erste KI-Chatbot überhaupt, der in den DSA-Rahmen aufgenommen wurde, was die Einstufung zu einem regulatorischen Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche macht.
Dieser Artikel wurde von einem KI-System automatisiert erstellt. Kennzeichnung gemäß Art. 50 der EU-KI-Verordnung.